Das 1. Ferienwochenende: Hindeloopen

Warum gehen Wochenenden nur immer so schnell vorbei?! Besonders auf dem Boot scheint die Zeit viel schneller zu vergehen. Wir haben ja mittlerweile die Theorie, dass wir, sobald wir die Rubicon betreten, in ein anderes Raum- und Zeitkontinuum hineinkatapultiert werden, in welchem der Tag nicht 24, sondern nur 12 Stunden hat – welche wir aber stets bis auf die letzte Sekunde auskosten.

So ging das letzte Wochenende natürlich auch wieder vorbei wie im Flug. Während Janine das Glück hat, seit Freitag 6 Wochen Sommerferien zu haben (bzw. „unterrichtsfreie Zeit“), muss Tom leider noch bis zum Sommertörn brav arbeiten gehen. So kamen wir Freitag auch erst dementsprechend spät in Lemmer an und außer Koffer auspacken und einen Happen essen war nichts drin.

Für den folgenden Tag war ein Sonne-Wolken-Mix (mehr Wolken als Sonne) und 4-6 bft angesagt. Wind zunächst aus NNW, später aus Südwest. Höchstmotiviert planten wir daher einen Trip nach Texel und stellten den Wecker (für unsere Verhältnisse) sehr früh. Nämlich um 8 Uhr. Was dann aber – wie sollte es auch anders sein – doch irgendwie auf 8:30 Uhr Aufstehen hinauslief. Hoch lebe die Schlummerfunktion. Los wollten wir eigentlich um 9 Uhr. HÄTTE man immer noch schaffen können… aber haben wir natürlich nicht. Letztendlich ging Tom zunächst nochmal los zur Tankstelle neues Gas holen (unser Nachbarhafen hat es, wie wir am Morgen erfuhren, wieder aus dem Sortiment genommen), während Janine unsere treue „Bootsente Donald“ begrüßte, die wie immer bereits neben der Rubicon wartete. Dann noch „schnell“ einen Kaffee an Board und nicht erst unterwegs getrunken… und schwupps war es bereits 9:40 Uhr als wir endlich ablegten. (Ich sag ja, irgendwas stimmt mit der Zeit hier nicht).

Dennoch waren wir die Ersten im Hafen, bei denen es hieß „Leinen los“.

Segeln Ijsselmeer
Es kann Los gehen :-)
Erpel
Bootsente Donald
Erpel
Donald

Die erste Ernüchterung kam, als wir um die Ecke bogen und Segel setzten. Von wegen Wind aus NNW. Der Wind kam schnurgerade aus West. War ja irgendwie klar… Bedeutete zunächst einmal eine ganze Weile Kreuzen. Immerhin strahlte (entgegen der Vorhersage) auch die Sonne vom Himmel. Von Wolken war nicht viel zu sehen. Und auch der Wind blies vielversprechend. Noch… denn gerade als wir nach dem Kreuzen die Segel in Richtung Den Oever setzen wollten – schlief ebendieser ein. Aber komplett. Ergebnis: 0,00 Knoten Wind. Wir trieben uns wieder einmal auf dem IJsselmeer herum… Also wenn DAS 12 bis 22 Knoten Wind sein sollen… Entgeistert schauten wir uns nochmal die aktuelle Wetterkarte an: 3-6 bft. Haben diese Damen und Herren heute wohl schon aus dem Fenster geschaut?

Segeln auf dem IJsselmeer

Flaute
Relaxen bei Sonne und Flaute

So hieß es also: Motor an. Und ein Alternativziel auswählen. Bis nach Texel motoren schien uns beiden dann doch wenig reizvoll. So setzten wir also Kurs in Richtung Hindeloopen. Immerhin: Die Sonne blieb uns treu und schien weiter fleißig und ungetrübt vom Himmel. Und auch die Ijsselmeerfliegen verschonten uns mit ihrem Besuch. (Oder aber die 8-Füßler haben sich einfach nur mal richtig satt gefressen…) Erfreulicherweise frischte der Wind dann später nochmal auf, als wir bereits an Stavoren vorbei waren. Zum Glück. So konnten wir immerhin auf den letzten Seemeilen noch die Stille unter Segeln genießen.

Einen kurzen Schreckmoment gab es dann aber doch nochmal. Und zwar bei der Einfahrt nach Hindeloopen. Da der Wind von Steuerbord kam, hielten wir uns relativ weit rechts in der Fahrrinne. So in etwa 2 bis 3 Meter links vom grünen Tonnenstrich. Wohlgemerkt IN der Fahrrinne – als plötzlich direkt in der Hafeneinfahrt unser Tiefenmesser verrückt spielte, Alarm gab und wir, ehe wir uns versahen, bereits im Sand und Schlamm steckten. Na super! Also Vollgas geben, Ruder hart Backboard… zum Glück waren wir gleich wieder frei und kein anderes Schiff kam uns zurzeit entgegen. Der Schreck hatte gesessen! Also Warnung an alle Ijsselmeersegler: Dort scheint die Einfahrt am Rand der Fahrrinne versandet zu sein. Besser mittig halten!

Hindeloopen selbst war schön wie immer und wir hatten einen schönen Tag (inklusive dem Kauf zweier neuer Festmacherleinen sowie einer neuen Gastflagge) und einen tollen Abend bei Duplo und Hugo Blue – sieht „giftig“ aus, war aber super lecker.

Einfahrt Hindeloopen
Einfahrt Hindeloopen am Abend
Hugo Blue
Prost
Schafe auf dem Deich
Auf dem Deich
Rettungsboot in Hindeloopen
Ein bisschen Spaß muss sein

Außerdem schauten wir uns die Seite des 24 Uurs Zeilrace Ende August an. Unser Voreigner erinnerte uns an diese Veranstaltung und nun überlegen wir, dort vielleicht dieses Jahr mal just for fun teilzunehmen… Vielleicht sieht man sich ja bei dem Rennen? Nimmt noch jemand von euch daran Teil?

Liebe Grüße an dieser Stelle an Herrn van der Valk und seine Frau! Es war schön, Sie letzte Woche nach der langen Zeit mal wieder zu treffen und zu sehen, dass es Ihnen gut geht! Sie sind immer herzlich auf der Rubicon willkommen!

Ehe wir uns versahen, war auch bereits wieder Sonntag. Dieses Mal begrüßte uns der Wettergott zwar mit dem angekündigten Wind von 12 bis 18 Knoten, von Sonne jedoch leider keine Spur. Dafür hatten wir auf den letzten Seemeilen nach Lemmer nicht nur mit Nieselregen, sondern Tom auch mit Seekrankheit zu kämpfen. Aber auch das ist Segeln.

In 2 Wochen geht es los. Wir starten in den Sommertörn.

Bis dahin,

liebe Grüße

Janine & Tom

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. jrubicon sagt:

    Wir wollen mal schauen wie weit wir kommen ☺️ Erstmal raus auf die Nordsee, Texel, Vlieland und Richtung deutsche Inseln. Eventuell wenn es richtig gut passt mit Wind und Wetter Richtung Ostsee. Aber da bleiben wir ganz spontan. Mal abwarten ☺️ Meist kommt es ja eh immer anders, als geplant 🙈

  2. Schöner Bericht.
    Wo soll der Sommertörn denn hingehen? Plant ihr das oder segelt ihr einfach los?

  3. jrubicon sagt:

    Vielen Dank ☺️ Liebe Grüße zurück ⛵️

  4. carinafoto sagt:

    Schöne Fotos und toller Text. Gruß von Bord der MS Carina

  5. jrubicon sagt:

    Vielen Dank ☺️

  6. sweetkoffie sagt:

    Schönen Sommertörn 😊☀️

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