Herbsttörn 2016 – Part 1/2

Um die Wartezeit bis zum Einkranen etwas zu verkürzen, hier ein kleiner Rückblick zum letzten Herbsttörn im Oktober, der Tom und mich an ein paar für uns neue Fleckchen in den Niederlanden geführt hat :-)

Los geht es mit den Tagen 1 bis 4.

Wir starteten natürlich direkt zu Ferienanfang. Der Urlaub wollte ja gut genutzt sein :-) Und selbstverständlich lief auch wieder so Einiges nicht wirklich nach Plan. Ganz und gar nicht nach Plan eigentlich. Aber gerade das macht unser Hobby – oder nein, Hobby ist eigentlich das komplett falsche Wort. Unsere Leidenschaft – SEGELN mit all seinen Facetten – ja auch aus. Dafür muss man in gewisser Weise geboren sein. Es muss ein Teil von einem sein. KEINE ausschließliche gemütliche Von-Ort-zu-möglichst-nahe-gelegenem-Ort-Fahrerei bei möglichst wenig Wind und Welle. KEIN alleiniges Schönwettersegeln, bei dem man gemütlich auf dem Bug liegt und sich in der Sonne bräunt und KEIN Unterwegs sein auf einer 15-Meter-Luxusyacht mit großem Bett, warmer Dusche an Board, Spülmaschine und Backofen. Sondern gerade auch das Auskommen mit weniger Luxus und zur Verfügung stehendem Raum. Gepaart mit vielen Erlebnissen. Vorhersehbarem, aber auch viel Neuem und Unvorhersehbarem. Spannung, Action, Entspannung. Sonne, Regen, Wind und Flaute. Spontaneität. Segeln zu möglichst allen Jahreszeiten. Die Seele baumeln lassen, neue Orte kennenlernen, Neues wagen. Eigene Grenzen überschreiten. Ängste überwinden. Sich neuen Dingen stellen. Alles vereint in einer Leidenschaft. Wir möchten es nie mehr missen! Klar spielt man ab und an mit dem Gedanken „Eine Dusche an Board wäre jetzt nicht schlecht“ oder „Oh nein, schon wieder Abwasch“ – wenn man gerade bei 0 Grad in einem Hafen ohne Strom und Duschgebäude liegt oder man nach dem Abendessen gern einfach nur gemütlich in die Koje verschwinden möchte ;-). Aber letztendlich sind wir genau so glücklich, wie es gerade ist. Wir lieben unsere gute alte Rubicon. Unsere Liste der Pläne für 2017 (und 2018, 2019…) ist sehr sehr lang. Mal schauen wie viel wir davon in diesem Jahr schaffen :-)

Zu Beginn unseres Herbsttörns ging es (wie sollte es auch anderes sein) wieder einmal gut los. Ihr kennt das ja schon ;-)

Kaum angekommen – wir hatten gerade gemütlich in Lemmer bei Kaffee und Kuchen den Urlaub eingeläutet – stellten wir fest, dass sich unsere Satellitenschüssel aufgrund des stürmischen Wetters die Woche zuvor komplett verdreht hatte (oder war es der Klabautermann, der sich vernachlässigt gefühlt hat? Wir wissen es nicht…). Und das, nachdem wir bei unserem Besuch zuvor knappe 1,5 Stunden damit verbracht hatten, sie endlich am Laufen zu bringen. Also nochmal alles zurück auf Null und von vorn beginnen. Es könnte ja sonst auch schnell zu langweilig werden…

Naja, immerhin bekommen wir so mittlerweile Übung in allem. Dieses Mal dauerte es dann nämlich „nur noch“ eine gute 3/4 Stunde, bis wir endlich wieder ausreichenden Empfang vermelden konnten. Langsam ernährt sich das Eichhörnchen – oder wie sagt man so schön? Also fix den Tisch im Salon runterlassen, Kissen und Decken ausbreiten, Chips und Wein bereitstellen und hiermit den Herbsttörn angemessen Einläuten :-)

Am kommenden Tag sollte es spannend weitergehen. Zunächst wachten wir bei tollem Sonnenschein auf. In der Wettervorhersage war jedoch von Regen die Rede. Von daher wollten wir ein nicht ganz so weit entferntes Ziel anvisieren: Urk. Zunächst klappte auch alles perfekt und wir genossen die Fahrt – bis wir bemerkten, dass sich hinter und neben uns etwas zusammenzubrauen begann. Aber fragt nicht wie! Der Wind frischte stark auf und blies uns immer stärker um die Ohren. Hinter uns wurde es pechschwarz. Blitze waren zu sehen. Donner zu hören. Oh je! Die Berichte aus Lemmer von Timo G. (viele Grüße an dieser Stelle) trugen nicht gerade zur Beruhigung bei. Wir hofften inständig, Urk noch rechtzeitig zu erreichen und dem Schiedwetter „davonfahren“ zu können.

– und tatsächlich! Der Wettergott war uns wohlgesonnen (oder unsere Rubicon war auch einfach nur zu schnell für ihn ;-) ). Wir konnten der Front vorwegfahren und erreichten Urk letztendlich sogar im Sonnenschein. Die Front zog bei unserer Ankunft direkt neben uns ab. 5 wohl im Wind verirrte Tropfen beim Anlegen. Und das war es dann auch schon. Juhuuu! Wir waren erleichtert!

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Urk selbst war gemütlich wie immer. Richtig toll essen kann man hier unserer Meinung nach im Restaurant neben dem Leuchtturm. Hier war es nicht nur super lecker und reichlich, auch das Personal war sehr nett und zuvorkommend und man bot uns, als der Tisch direkt am Kaminfeuer frei wurde, sofort einen „Umzug“ zu besagtem, viel gemütlicherem Tisch an. Perfekt! Frisch gestärkt ging es dann auf den Weg zurück zum Schiff – wo wir die Crew der SY Liberte, alias die „13“ (Eva und Daniel) kennenlernten, die unseren Blog verfolgen und quasi in unserer Nachbarstadt wohnen. Zufälle gibt`s :-) Ganz viele liebe Grüße an dieser Stelle an euch beide. Wir freuen uns schon auf euch als unsere neuen Hafennachbarn ab Frühjahr und sind gespannt auf euer neues Schiffchen!

So viel Glück wir mit dem Wetter am Vortag noch hatten – so viel ging am kommenden Tag schief. Wir erwachten bei dichtem Nebel. Es hätte die perfekte Kulisse für die Fortsetzung des Films „The Fog – Nebel des Grauens“ sein können.


Und wie sollte es auch anders sein? Wir hatten unseren Radarreflektor (natürlich) noch fein säuberlich auseinandergebaut in der Backskiste. Und selbstverständlich auch überhaupt keinen Plan, wie man das Teil zusammenbaut. Dem wollten wir uns zwar immer schonmal widmen… aber haben es irgendwie dann doch ständig wieder verschoben. Nun bereuten wir es. Also hieß es nun zunächst einmal: Einzelteile und zerfranste sowie ausgeblichene Aufbauanleitung raus – und los ging es zum fröhlichen Puzzlespiel, was irgendwann auch zu einem (zumindest optisch) einigermaßen brauchbaren Ergebnis führte. Woran es scheiterte war dann allerdings das Anbringen… Wo musste welcher Tampen durch? Was musste wie befestigt werden? Mitten in unserem Tun fuhr dann auch bereits die „13“ an uns vorbei hinaus aus dem Hafen…

Als wir nach unzähligen Versuch- und Irrtumspielchen inklusive mehrmaligem Rauf- und wieder Runterlassen des Reflektors (ohne letztendlich ein brauchbares Ergebnis zu erzielen) entnervt aufgaben…… – klarte natürlich, als hätte er nur darauf gewartet, der Himmel auf, der Nebel verschwand so schnell wie er gekommen war und die Sonne zeigte sich. Wir kamen uns ganz leicht veräppelt vor…

So hieß es dann alles wieder ein- und wegpacken, Motor an, raus auf IJsselmeer, Segel setzen, Motor aus (herrlich diese Stille…) und schnell nach Enkhuizen. Naja. Also eigentlich eher langsam, wenn man es genau nimmt. Und wenn man es ganz genau nimmt sogar eher seeehr langsam. Ich glaube eine Schnecke mit Freischwimmer hätte uns spielend überholen können. Da brachte auch der gesetzte Genacker nichts mehr. Na toll! Also vorbei mit der Stille: Motor wieder an und mit dem Jockel ab auf die andere Seite. Ein Positives hatte das Ganze ja: Immerhin gab es keine Fliegen mehr. Man sollte ja immer das Positive an einer Sache sehen :-) Letztendlich konnten wir später sogar noch ein wenig unter Segeln nach Enkhuizen fahren.

Da wir hier relativ spät ankamen, genossen wir noch mit den letzten Sonnenstrahlen unser Anlegerbierchen auf dem Bug, machten einen kurzen Abstecher in die Stadt und es uns danach auf dem „Tisch“ unter Deck bei DVD und dem einen oder anderen Jackie gemütlich. Hoorn (das wir ursprünglich als Ziel anvisiert hatten) stand leider aufgrund der Wetter- und Windverhältnisse an diesem Tag nicht mehr zu Diskussion. Dorthin sollte es dann am nächsten Tag gehen. Wir hatten ja für unseren Törn 10 Tage Zeit. Da konnte man es auch mal etwas ruhiger angehen lassen.

Der kommende Tag begrüßte uns dann auch mit mehr Wind und einem Sonne-Wolken-Mix und wir starteten beschwingt und gut gelaunt in den Tag. Schließlich kamen wir unserem eigentlichen Ziel dieses Törns (Volendam und Marken, da Neuland für uns) langsam näher. Die fröhlich-beschwingte Stimmung wich allerdings beim Ablegen Schrecken und Besorgnis. Aus der Backskiste drang ein verbrannter Geruch in die Nase. Schnell stellten wir fest: Unser Stromstecker war komplett verschmort! Weiß der Geier warum das… Da hatten wir nochmal Glück, dass nichts Schlimmeres passiert war. So war denn auch das erste, das wir im Grashaven von Hoorn taten, die Reparatur des Steckers aus Ersatzteilen eines alten Steckers, den wir glücklicherweise an Board hatten, um gleich am nächsten Tag loszuziehen und einen neuen Stecker zu kaufen…

Hmmm… lecker ;-)

Also eines steht definitiv fest: Langweilig wird uns nie ;-)

In wenigen Tagen geht es dann hier weiter mit dem 2. Teil unseres Herbsttörns: Volendam, Marken, Medemblik, Hindeloopen und Lemmer.

Ein Video zu unserem Törn, Drohnenvideos und weitere kleine Filme findet ihr auf unserem Youtube-Kanal.

Bis dahin,

liebe Grüße

Janine & Tom

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. jrubicon sagt:

    Hallöchen liebe elbkind-Crew. Da habt ihr Recht 😂🙈 Sind gerade auch wieder am Boot. Einige Arbeiten erledigen. Zum Glück ist es nicht mehr so kalt. Dafür sind wir hier heute Nacht fast weggeflogen 😂

    Liebe Grüße
    Janine & Tom

  2. Hahaha, schöne Story mit dem Radarreflektor. 😄 Murphys Law at its best. Die fiese Wetterfront hätte uns auch Angst eingejagt!! Sieht wirklich respekteinflößend aus.

    Liebe Grüße von der elbkind-Crew ⛵️
    Martina & Thue

  3. jrubicon sagt:

    Danke, das werden wir ☺️

    Oh je. Dann halte ich mal beide Daumen, dass es alles schmerzfrei vonstatten geht und danach alles ok ist!
    Zahnarzt ist ja für mich so ziemlich das Schlimmste, was es gibt 🙈
    Lieben Gruß
    Janine und Tom

  4. zeileruwe sagt:

    Und ich sollte Block auch richtig schreiben: Blog!

  5. zeileruwe sagt:

    Dann genießt die karnevalsfreie Zeit in Lemmer. Ine wird Altweiber Aachen unsicher machen. Ich halte mich dieses Jahr aus dem Karneval auch raus. Freitag muss ich einen Zahn beim Zahnarzt lassen. Da habe ich dann bestimmt keine Lust, raus zu gehen.
    Lieben Gruß
    Uwe und Ine

  6. jrubicon sagt:

    Hallo Uwe und Ine, schön von euch zu hören ☺️
    Ja, wir dachten gerade jetzt wo das Wetter noch etwas grausig ist, ist etwas Zeit, sich dem Blog zu widmen.

    Der Kampf wurde leider verloren :-( So wirklich klappen wollte es nicht. Wir widmen uns dem Ganzen im Frühjahr nochmal. Es wäre doch gelacht, wenn das dann nicht klappt 💪🏻
    Woran es mit dem Stecker lag – bisher haben wir keine Ahnung. Wir haben ihn ausgetauscht und werden der Ursache definitiv auf den Grund gehen.

    Frohe närrische Tage auch an euch 🎉 Wir werden dem Trubel hier allerdings entfliehen und der Rubicon Gesellschaft leisten 😎

    Lieben Gruß
    Janine & Tom

  7. zeileruwe sagt:

    Oh, das muss „durchgeschmorter“ Stecker heißen. :)

  8. zeileruwe sagt:

    Selbst in der winterzeit dabei den Block zu „füllen“.
    Schön zu lesen, wass Ihr da so zum Saisonende noch so erlebt habt. Den Kampf mit dem Radarreflektor habt Ihr ja nun wohl gewonnen.
    So ein durchgeschorter Strecker ist da schon besorgniserregender. Lockere Schrauben? Oder gar Überlastung? Ihr werde die Ursache finden.
    Alaaf und helau aus dem Rheinland
    Uwe und Ine

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